Marktplatz Mittelstand - Die Briefmeisterin

Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte:

Lesen Sie, staunen Sie, schimpfen Sie - und machen Sie mit!

 

Liebe/r Besucher/in meiner Website,

 

wovon ich Ihnen hier nun erzählen möchte, hat zwar nicht direkt mit dem Briefe schreiben zu tun, wohl aber mit meinem Job und der Zukunft meines und vieler anderer kleiner Unternehmen.  Ich freue mich, wenn Sie sich ein wenig Zeit zum Lesen nehmen – und noch viel mehr, wenn Sie die Petition, die ich Ihnen dann vorstellen werde, mitzeichnen. (Und wenn nicht, bin ich Ihnen natürlich auch nicht böse.) Lesen Sie einfach mal drauflos und lassen Sie sich von Dingen überraschen, die Sie so vielleicht gar nicht für möglich gehalten hätten. Ich versichere Ihnen, dass ich diesen Text keineswegs nach dem exzessiven Konsum von Märchenbüchern oder Schampus geschrieben habe, sondern dass es sich um Tatsachen handelt! Na, dann fangen Sie mal an zu staunen:

 

Wussten Sie, dass bei Selbstständigen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht wie bei Angestellten prozentual nach dem tatsächlichen Einkommen, sondern starr nach einem fiktiven Einkommen von monatlich derzeit 4.350,00 € (bei Nachweis geringer Einkünfte von 2.231,25 €) berechnet werden – ganz gleich, wie viel oder wenig Einkommen tatsächlich erzielt wird?

 

Das heißt: Unabhängig davon, ob man als Selbstständiger 2.000,00 €, 1.000,00 € oder nur 500,00 € verdient, ist davon nach der Beitragsbemessungsgrenze von 2.231,25 € IMMER ein monatlicher Krankenversicherungsbeitrag von knapp 400,00 € zu bezahlen.

 

Das kann doch gar nicht sein? Tja, leider doch.

 

Und diese überzogene Berechnungsweise ist für die "kleinen" Selbstständigen mit bescheidenem Einkommen kaum oder manchmal gar nicht zu stemmen. Ein Beispiel:

 

Nehmen wir mal die kreative Mama, die so hübsche Babykleidung näht und diese wunderbar von zu Hause aus über das Internet verkaufen kann. Perfekt, so hat sie ihren eigenen Arbeitsplatz geschaffen, kann Beruf und Familie ideal unter einen Hut bringen und hat endlich wieder ein eigenes kleines Einkommen! Die kreative Mama freut sich über ihre ersten selbst verdienten Einnahmen von 500,00 €; da kommt die Krankenversicherung um die Ecke und berechnet ihr auf diese geringe Summe einen Beitrag von knapp 400,00 €, weil sie ihr mit der Beitragsbemessungsgrenze einfach UNTERSTELLT, sie habe 2.231,25 € eingenommen. Hat sie nicht, das ist der Krankenversicherung aber egal. Bei einer einkommensabhängigen Beitragsberechnung wie bei Angestellten hätte die kreative Mama mit ihrem Verdienst gut auskommen können; so aber reicht das, was übrig bleibt, nicht einmal zur Kostendeckung. Also schmeißt die kreative Mama ihre Selbstständigkeit hin und belegt mit viel Glück einen Arbeitsplatz als Angestellte, den auch jemand anders gern gehabt hätte.

 

Das gibt es doch gar nicht, meinen Sie? So etwas ist doch gar nicht möglich, schon gar nicht in Deutschland? Nun denken Sie vielleicht, da hat sich die gute Frau sich aber irgendwie vertan oder macht irgendetwas bei Ihrer Krankenversicherung falsch.

 

Nein, nein, da hat sich niemand vertan oder macht etwas falsch (mal abgesehen vom Gesetzgeber)! Das ist tatsächlich so, so unlogisch es auch klingen mag.

 

Nach außen hin wird dabei immer gerne die sogenannte „Härtefallregelung“ zitiert, mit der bei geringem Einkommen die Mindestbemessungsgrenze auf Antrag auf 1.487,50 € und damit auch die monatliche Beitragshöhe entsprechend gesenkt werden kann. Was man dabei aber immer zu erwähnen „vergisst“, ist, dass hierbei zum einen das Einkommen des Partners berücksichtigt wird: Verdient dieser „zuviel“ (worunter schon ein Handwerkerhalt zu verstehen ist), wird der Antrag abgelehnt, weil sich die/der Selbstständige dann vom Partner bei der Aufbringung der Beiträge unterstützen lassen muss. Zum anderen sind die Anforderungen an die Vermögensverhältnisse an die Hartz-IV-Richtlinien angelehnt; wer Ersparnisse (nicht Reichtümer!) hat, muss eben hieraus seine Krankenversicherungsbeiträge begleichen – so lange, bis nichts mehr da ist.

 

Unglaublich, aber leider wahr. Von der Politik begründet wird diese Handhabung mit dem Argument, dass Selbstständige gut verdienen würden und nicht sozial schutzbedürftig seien. Tatsachen spielen dabei ganz offensichtlich keine Rolle.

 

Nun stellen Sie sich einmal vor, Sie würden als Angestellte/r 1.000,00 € verdienen, müssten Ihre prozentualen Krankenversicherungsbeiträge aber nach einem Gehalt von 2.000,00 € bezahlen, weil Ihre Krankenkasse Ihnen einfach unterstellt, dass Sie so viel bekommen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie müssten als Angestellte/r höhere Krankenversicherungsbeiträge bezahlen als Ihre Kollegen mit gleichem Gehalt, weil Ihr/e Partner/in berufstätig ist und Sie über eine kleine Altersvorsorge verfügen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie müssten als Angestellte/r Ihren Partner/Ihre Partnerin um Geld anbetteln und Ihre Altersvorsorge opfern, weil Sie von Ihrem tatsächlichen Einkommen die nach einem viel höheren Betrag berechneten Krankenversicherungsbeiträge nicht bezahlen können.

 

Fänden Sie das gerecht?
Würden Sie sich das gefallen lassen wollen?

 

Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten gegen all das rein gar nichts tun, weil es gesetzlich so festgelegt ist. Für die Anwendung auf Angestelltenverhältnisse ist so etwas völlig undenkbar. Für uns Selbstständige aber ist es bittere Realität. Wussten Sie das?


Wenn die Selbstständigkeit in Deutschland eine Zukunft haben soll, muss sich daran bald etwas ändern.

 

Wir wollen nicht weiter hinnehmen, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen durch uns Selbstständige derart behindert und untergraben wird. Wir wollen uns nicht wie eierlegende Wollmilchsäue behandeln lassen, für die man die Grundsätze des Sozialstaats einfach mal über den Haufen werden kann. Wir wollen nicht länger zusehen, wie an der Ungerechtbehandlung in der Krankenversicherung neue und bestehende Existenzen – und vielleicht auch eines Tages unsere eigene – zugrunde gehen.

 

Wir wollen in der Krankenversicherung nicht bevorzugt, sondern lediglich gerecht behandelt werden.

 

Darum möchte ich Ihnen hier die Petitionen des Verbandes der Gründer und Selbstständigen Deutschlands (VGSD) sowie des mutigen Betroffenen Andreas Müller vorstellen, mit denen wir Selbstständigen derzeit um faire Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung kämpfen. Wir brauchen jede Stimme, wenn wir ein Umdenken erreichen wollen. Bitte zeichnen Sie die Petitionen mit und helfen Sie uns, Selbstständigkeit wieder lohnenswert zu machen:

 

Klicken Sie hier, um die Petition zum Deutschen Bundestag mitzuzeichnen

 

Klicken Sie hier, um die Petition des VGSD anzusehen

 

Klicken Sie hier, um die Petition von Andreas Müller anzusehen

 

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit – und gerne auch für Ihre Unterstützung!

 

Ihre Briefmeisterin

Petra Tessarek